Dein Kopf hat schon genug zu tun. Warum gibst du ihm beim Abnehmen noch mehr Arbeit?

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Ein gebrochener Daumen, eine Doktorarbeit und die Frage, warum wir beim Abnehmen und Training irgendwann nur noch funktionieren

Letzte Woche hatte ich ein Gespräch mit einer Frau, die gerade ziemlich viel um die Ohren hatte.

Sie stand kurz vor der Verteidigung ihrer Doktorarbeit – genauer gesagt ihrer Dissertation. Je nach Promotionsverfahren nennt man diese mündliche Verteidigung auch Disputation.

Jahrelange Arbeit.

Forschung.

Schreiben.

Vorbereiten.

Und dann dieser eine Termin, auf den plötzlich alles hinausläuft.

Ich glaube, man muss keine Doktorarbeit geschrieben haben, um sich vorstellen zu können, was in den Tagen davor im Kopf los sein kann.

Du gehst morgens deine Argumente durch.

Du denkst beim Frühstück darüber nach, welche Fragen gestellt werden könnten.

Du liegst abends im Bett und dein Kopf arbeitet weiter.

Du bist körperlich vielleicht gerade zu Hause.

Oder im Supermarkt.

Oder im Fitnessstudio.

Aber mit deinen Gedanken bist du eigentlich ganz woanders.

Genau darüber haben wir gesprochen.

Über den Stress.

Über die bevorstehende Verteidigung.

Über all die Dinge, die gerade gleichzeitig in ihrem Kopf herumschwirrten.

Und dann passierte etwas.

Beim Training fiel ihr ein Gewicht auf den Daumen.

Nicht einfach nur ein bisschen drauf.

Der Daumenknochen war gebrochen – und zwar so heftig, dass er in mehrere Teile zerbrochen war.

Als ich davon erfuhr, musste ich sofort an eine Frage denken:

Wann passieren uns eigentlich solche Dinge?

Wann lassen wir etwas fallen?

Wann machen wir einen Fehler bei etwas, das wir schon hundertmal gemacht haben?

Natürlich kann ein Unfall immer passieren.

Manchmal hat man schlicht Pech.

Aber manchmal lohnt es sich, genauer hinzusehen.

Denn es gibt einen Unterschied zwischen:

Ich bin hier.

Und:

Mein Körper ist hier.

Wenn dein Körper im Fitnessstudio steht, dein Kopf aber noch bei der Arbeit sitzt, dann sind nicht beide am selben Ort.

Wenn du eine Hantel in der Hand hältst, während du gedanklich bereits das nächste Problem löst, bist du nicht wirklich bei dieser Hantel.

Und wenn dein Kopf seit Tagen oder Wochen keine richtige Pause mehr bekommt, kann eine kleine Unachtsamkeit vielleicht irgendwann das sichtbarste Zeichen dafür sein, dass du längst zu viele Tabs gleichzeitig geöffnet hast.

In diesem Artikel

möchte ich deshalb mit dir über eine Form von Stress sprechen, die wir oft erst bemerken, wenn sie längst Teil unseres Alltags geworden ist.

Nicht über den Stress, bei dem du hektisch durch die Gegend rennst und jedem erzählst, wie viel du gerade zu tun hast.

Sondern über den Stress, bei dem du nach außen weiterhin funktionierst.

Du arbeitest.

Du kümmerst dich um andere.

Du erledigst deine Aufgaben.

Du gehst zum Training.

Und trotzdem ist dein Kopf niemals wirklich ruhig.

Wir schauen uns an, was passiert, wenn dein Körper zwar an einem Ort ist, deine Gedanken aber permanent woanders sind.

Warum mentale Überlastung deinen Umgang mit Essen und Training verändern kann.

Und warum ausgerechnet der Versuch, deinen Körper noch stärker zu kontrollieren, in stressigen Lebensphasen zu einem weiteren Problem werden kann.

Denn vielleicht brauchst du in einem Alltag, der deinem Kopf ohnehin schon alles abverlangt, nicht noch mehr Regeln.

Nicht noch mehr Entscheidungen.

Nicht noch mehr Kontrolle.

Sondern ein System, das dir endlich wieder mentale Kapazität zurückgibt.

Die Angst vor Rückschritt lässt uns manchmal genau das Falsche tun

Während ich heute sehe, dass sie trotz ihres gebrochenen Daumens weiter trainiert, muss ich an mich selbst denken.

Ich hatte einmal einen Kapselriss.

Und was habe ich gemacht?

Weitertrainiert.

Nicht, weil das besonders vernünftig war.

Sondern weil ich Angst hatte, meinen Fortschritt zu verlieren.

Vielleicht kennst du diesen Gedanken auch.

Ein paar Wochen nicht trainieren?

Sofort kommt die Angst:

Verliere ich meine Muskeln?

Nehme ich wieder zu?

Fange ich danach wieder bei null an?

Also machen wir weiter.

Selbst dann, wenn unser Körper gerade etwas völlig anderes braucht.

Denn Heilung ist Arbeit.

Gewebe muss sich regenerieren.

Ein gebrochener Knochen muss wieder zusammenwachsen.

Natürlich bedeutet eine Verletzung nicht automatisch, dass jede Form von Bewegung tabu ist. Was möglich und sinnvoll ist, hängt immer von der Verletzung und der medizinischen Einschätzung ab.

Aber die Frage dahinter finde ich viel spannender:

Wie soll unser Körper regenerieren, wenn wir ihm aus Angst vor Rückschritten niemals die Möglichkeit dazu geben?

Wir haben solche Angst davor, Fortschritt zu verlieren, dass sich selbst eine notwendige Pause wie ein Rückschritt anfühlt.

Beim Training.

Beim Abnehmen.

Und manchmal sogar dann, wenn unser Körper längst versucht, uns zu sagen:

Ich brauche gerade nicht mehr von dir. Ich brauche weniger.

Stress sieht nicht immer aus wie Stress

Ich glaube, wir haben ein ziemlich falsches Bild davon, wie Stress aussehen muss.

Stress bedeutet für uns oft:

Jemand ist hektisch.

Jemand rennt von Termin zu Termin.

Jemand sagt ständig:

„Ich bin total gestresst.“

Aber viele Menschen, die unter enormem Druck stehen, sehen überhaupt nicht gestresst aus.

Sie funktionieren.

Sie arbeiten.

Sie beantworten ihre E-Mails.

Sie kümmern sich um andere.

Sie gehen sogar noch zum Training.

Von außen sieht alles völlig normal aus.

Nur im Kopf laufen währenddessen 37 Programme gleichzeitig.

Und genau das macht Stress so tückisch.

Du musst nicht zusammenbrechen, damit dein System überlastet ist.

Manchmal merkst du es daran, dass du schlechter schläfst.

Dass du gereizter wirst.

Dass du Dinge vergisst.

Dass deine Konzentration nachlässt.

Oder daran, dass du zwar körperlich irgendwo anwesend bist, aber gedanklich nie wirklich dort ankommst.

Vielleicht ist Stress gar nicht das Problem

Stress hat einen ziemlich schlechten Ruf.

Dabei ist Stress zunächst einmal nichts, was grundsätzlich gegen dich arbeitet.

Ganz im Gegenteil.

Eine wichtige Präsentation.

Eine Prüfung.

Ein entscheidendes Gespräch.

Oder die Verteidigung einer Dissertation.

Solche Situationen können dich wacher machen.

Fokussierter.

Leistungsfähiger.

Diese Form von Stress wird häufig als Eustress bezeichnet.

Positiver Stress.

Eine Herausforderung, die dich fordert, die du aber grundsätzlich als bewältigbar empfindest.

Kurzfristig kann genau diese Aktivierung hilfreich sein.

Dein Körper stellt Energie bereit.

Deine Aufmerksamkeit steigt.

Du bist bereit.

Das Problem beginnt häufig nicht mit dem Stress selbst.

Sondern dann, wenn aus:

„Ich muss gerade funktionieren.“

irgendwann:

„Ich funktioniere eigentlich immer.“

wird.

Denn dein Körper führt keine kleine Excel-Tabelle, in der steht:

Präsentation – positiver Stress.

Deadline – negativer Stress.

Training – guter Stress.

Schlafmangel – schlechter Stress.

Kaloriendefizit – gehört zum Abnehmen.

Der Körper kann auf sehr unterschiedliche Belastungen mit einer Stressreaktion reagieren – unabhängig davon, ob du den Auslöser bewusst als positiv oder negativ empfindest.

Entscheidend ist deshalb nicht nur, woher die Belastung kommt.

Sondern auch:

Wie intensiv ist sie?

Wie lange hält sie an?

Und bekommt dein Körper danach die Möglichkeit, wieder herunterzufahren?

Denn Belastung braucht einen Gegenpol.

Erholung.

Wenn dieser Gegenpol über längere Zeit fehlt, kann aus einer Herausforderung irgendwann eine Überforderung werden.

Dann sprechen wir häufig von Distress.

Du schläfst schlechter.

Du bist schneller gereizt.

Deine Konzentration lässt nach.

Du fühlst dich erschöpft.

Chronischer Stress kann zudem die Immunfunktion beeinträchtigen.

Und wenn Müdigkeit, schlechter Schlaf und fehlende Konzentration zusammenkommen, kann auch beim Training etwas Entscheidendes verloren gehen:

Deine Aufmerksamkeit.

Vielleicht reagierst du einen Moment später.

Vielleicht greifst du daneben.

Vielleicht übersiehst du etwas.

Das bedeutet natürlich nicht:

Stress = Verletzung.

So einfach ist es nicht.

Aber wenn du erschöpft, unkonzentriert und gedanklich permanent woanders bist, können Fehler wahrscheinlicher werden.

Und genau deshalb denke ich wieder an diesen gebrochenen Daumen.

Vielleicht war es einfach Pech.

Ein Unfall.

Eine Sekunde, in der etwas schiefgegangen ist.

Aber die Geschichte hat bei mir eine viel größere Frage ausgelöst:

Wie viele Warnsignale unseres Körpers übersehen wir eigentlich, weil wir gelernt haben, trotzdem weiterzumachen?

Denn genau dieses Muster endet nicht im Fitnessstudio.

Wir finden es auch beim Essen.

Beim Abnehmen.

Und bei der Art, wie wir versuchen, unseren Körper unter Kontrolle zu halten.

Du bist müde. Also trinkst du Kaffee und machst weiter.

Du hast schlecht geschlafen.

Aber um 8 Uhr beginnt der erste Termin.

Also Kaffee.

Du hast Kopfschmerzen.

Aber die Präsentation muss fertig werden.

Also Tablette.

Du bist völlig erschöpft.

Aber heute steht Training im Kalender.

Also gehst du hin.

Du merkst, dass dein Körper eine Pause braucht.

Aber deine Uhr zeigt erst 7.842 Schritte.

Also gehst du noch eine Runde.

Du hast Hunger.

Aber deine Kalorien sind für heute bereits aufgebraucht.

Also versuchst du, ihn zu ignorieren.

Und irgendwann passiert etwas ziemlich Verrücktes.

Du behandelst jedes Signal deines Körpers wie ein Problem, das möglichst schnell verschwinden muss.

Müdigkeit?

Kaffee.

Hunger?

Ignorieren.

Gewichtszunahme?

Weniger essen.

Schlechtes Gewissen?

Mehr bewegen.

Heißhunger?

Mehr Disziplin.

Erschöpfung?

Trotzdem trainieren.

Und genau hier sehe ich seit Jahren ein Muster.

Wir versuchen, einen Körper, der längst nach Entlastung ruft, mit noch mehr Kontrolle zum Funktionieren zu bringen.

Dein Körper kennt deine To-do-Liste nicht

Stell dir eine Frau vor, die 50 oder 60 Stunden pro Woche arbeitet.

Sie trägt Verantwortung.

Hat Deadlines.

Meetings.

Vielleicht ein Team.

Eine Familie.

Einen Haushalt.

Ihr Handy hört eigentlich nie wirklich auf zu klingeln.

Sie schläft seit Wochen nicht besonders gut.

Und trotzdem möchte sie natürlich etwas für sich tun.

Sie möchte zehn Kilo verlieren.

Sie möchte ihren Bauch loswerden.

Sie möchte sich endlich wieder wohlfühlen.

Also beginnt sie mit dem, was ihr seit Jahren erzählt wird.

Kalorien zählen.

Mahlzeiten planen.

Protein tracken.

Schritte sammeln.

Training einplanen.

Gewicht kontrollieren.

Lebensmittel bewerten.

Am Wochenende aufpassen.

Und wenn sie doch einmal „zu viel“ gegessen hat, muss sie überlegen, wie sie es wieder ausgleicht.

Plötzlich hat diese Frau nicht weniger Stress.

Sie hat ein weiteres Projekt.

Projekt Körper.

Mit Zahlen.

Kontrollen.

Zielvorgaben.

Und täglichen Performance-Reviews auf der Waage.

Das Absurde daran?

Genau die Frau, deren Kopf beruflich bereits den ganzen Tag Entscheidungen treffen muss, bekommt für ihren Körper ein System, das noch mehr Entscheidungen verlangt.

Was esse ich?

Wie viel davon?

Wie viele Kalorien?

Wie viel Eiweiß?

Kann ich heute noch Kohlenhydrate essen?

Muss ich dafür morgen weniger essen?

Sollte ich noch trainieren?

Habe ich genug Schritte?

Und irgendwann ist Feierabend.

Zumindest auf dem Papier.

Der Laptop ist zu.

Das Büro ist verlassen.

Aber im Kopf beginnt die nächste Schicht.

Die Schicht, in der du deinen eigenen Körper managst.

Dein Körper ist hier. Dein Kopf immer noch woanders.

Und damit sind wir wieder bei der Geschichte vom Anfang.

Nur dass dir diesmal kein Gewicht auf den Daumen fällt.

Du sitzt mit Freunden beim Abendessen.

Aber dein Kopf zählt Kalorien.

Du liegst nachts im Bett.

Aber dein Kopf plant bereits, was du morgen weniger essen musst.

Du stehst morgens auf der Waage.

500 Gramm mehr.

Und plötzlich dreht sich dein erster Gedanke des Tages darum, was du gestern falsch gemacht hast.

Du gehst zum Training.

Aber statt dich darauf zu konzentrieren, stärker zu werden, überlegst du, ob das Training reicht, um das Wochenende wieder auszugleichen.

Dein Körper ist beim Abendessen.

Dein Kopf ist in der Kalorien-App.

Dein Körper liegt im Bett.

Dein Kopf plant den nächsten Tag.

Dein Körper trainiert.

Dein Kopf versucht, Essen wiedergutzumachen.

Und irgendwann bist du vielleicht überall.

Nur niemals wirklich dort, wo du gerade bist.

Genau das ist für mich eine Seite von Food Noise, über die wir viel zu selten sprechen.

Es geht nicht nur darum, häufig an Essen zu denken.

Es geht darum, wie viel mentale Kapazität diese Gedanken jeden einzelnen Tag beanspruchen.

Und wie wenig davon irgendwann noch für dein eigentliches Leben übrig bleibt.

Und dann kommt der Heißhunger

Vielleicht passiert er abends.

Nach einem zwölfstündigen Tag.

Du kommst nach Hause.

Du hast den ganzen Tag funktioniert.

Entscheidungen getroffen.

Probleme gelöst.

Dich zusammengerissen.

Beim Essen warst du natürlich auch „brav“.

Frühstück klein.

Mittagessen kontrolliert.

Nachmittags nichts.

Schließlich willst du abnehmen.

Und dann stehst du abends in der Küche.

Und plötzlich ist sie weg.

Die Kontrolle, auf die du den ganzen Tag so stolz warst.

Du isst.

Vielleicht Schokolade.

Vielleicht Brot.

Vielleicht irgendetwas, das du dir eigentlich verboten hattest.

Und für einen kurzen Moment fühlt es sich sogar gut an.

Wie eine Befreiung.

Endlich nicht nachdenken.

Endlich nicht rechnen.

Endlich nicht funktionieren.

Bis dein Kopf wieder übernimmt.

„Warum habe ich das jetzt gemacht?“

„Ich hatte mich doch so gut im Griff.“

„Jetzt war alles umsonst.“

„Morgen esse ich weniger.“

„Und ich muss unbedingt trainieren.“

Und damit beginnt der Kreislauf von vorne.

Mehr Kontrolle.

Mehr Regeln.

Mehr Druck.

Bis zum nächsten Moment, in dem du nicht mehr kannst.

Und vielleicht ist genau das der Punkt, den wir beim Abnehmen seit Jahren übersehen.

Wir versuchen, Stress mit einem System zu lösen, das selbst zum Stressor geworden ist.

Weniger essen und mehr trainieren löst nicht automatisch das Problem

Natürlich spielt die Energiebilanz beim Abnehmen eine Rolle.

Aber ein Mensch lebt nicht in einem Kalorienrechner.

Er lebt in einem Alltag.

Mit Stress.

Mit Schlaf.

Mit Hunger.

Mit Emotionen.

Mit sozialen Situationen.

Mit Tagen, an denen alles funktioniert.

Und mit Tagen, an denen gar nichts funktioniert.

Und genau deshalb funktioniert „weniger essen, mehr trainieren“ für viele Menschen langfristig nicht.

Nicht, weil ein Kaloriendefizit grundsätzlich nicht funktioniert.

Sondern weil du damit häufig nur versuchst, die sichtbaren Symptome in Form zu zwingen.

Das Gewicht muss runter.

Der Bauch muss weg.

Der Heißhunger muss kontrolliert werden.

Also isst du weniger.

Und trainierst mehr.

Aber das System dahinter bleibt dasselbe.

Und sobald dein Leben stressiger wird, deine mentale Kapazität sinkt oder deine Kontrolle für einen Moment nachlässt, springt alles wieder zurück.

Heißhunger.

Kontrollverlust.

Gewichtszunahme.

Schuld.

Und der nächste Versuch, noch weniger zu essen und noch mehr zu trainieren.

Du hast dann nicht die Ursache verändert.

Du hast nur versucht, ihre Symptome möglichst lange unter Kontrolle zu halten.

Und genau deshalb fühlt sich jeder Rückfall irgendwann so an, als würdest du wieder bei null anfangen.

Vielleicht war Disziplin nie dein Problem

Das ist der Punkt, an dem viele Menschen glauben:

„Ich muss mich einfach wieder mehr zusammenreißen.“

Aber vielleicht hast du längst bewiesen, wie diszipliniert du sein kannst.

Du hast zehn Kilo abgenommen.

Vielleicht zwanzig.

Du hast monatelang getrackt.

Trainiert.

Verzichtet.

Durchgezogen.

Das Problem war nie, dass du nicht in der Lage bist, Gewicht zu verlieren.

Das Problem ist, dass dein System immer wieder zusammenbricht, sobald dein Leben stressiger wird.

Und dann passiert genau das, wovor du die ganze Zeit Angst hattest.

Du nimmst wieder zu.

Zwei Kilo.

Vielleicht fünf.

Vielleicht irgendwann zehn.

Und plötzlich fühlt es sich an, als wäre all die Arbeit umsonst gewesen.

Also fängst du wieder an.

Weniger essen.

Mehr trainieren.

Mehr Kontrolle.

Diesmal noch konsequenter.

Und genau damit erzeugst du wieder das System, aus dem du eigentlich herauskommen wolltest.

Ein System, das nur funktioniert, solange dein Leben perfekt läuft, ist kein nachhaltiges System.

Denn perfekte Wochen sind im echten Leben erstaunlich selten.

Vielleicht liegt die Lösung deshalb nicht darin, noch besser darin zu werden, dich selbst zu kontrollieren.

Vielleicht brauchst du ein System, das nicht zusammenbricht, sobald dein Chef eine Deadline verschiebt.

Sobald du drei Nächte schlecht schläfst.

Sobald der Urlaub beginnt.

Sobald du krank wirst.

Oder sobald du für ein paar Wochen nicht trainieren kannst.

Denn genau dann zeigt sich, ob du wirklich etwas verändert hast.

Oder ob du deinen Fortschritt die ganze Zeit nur mit Kontrolle zusammengehalten hast.

Und genau hier müssen wir aufhören, deinen Körper wie ein weiteres Projekt zu behandeln – und anfangen, ein System aufzubauen, das auch dann trägt, wenn dein Leben es gerade nicht tut.

Du kannst den Stress in deinem Leben nicht immer reduzieren. Aber du kannst aufhören, neuen hinzuzufügen.

Und genau an diesem Punkt wird es für mich wichtig.

Denn ich halte nicht besonders viel von dem Ratschlag:

„Du musst einfach weniger Stress haben.“

Ach so.

Danke.

Problem gelöst.

Dann sagst du deinem Chef, dass die Deadline leider nicht zu deinem Stresslevel passt.

Du verschiebst die Präsentation.

Und die Verteidigung deiner Dissertation findet einfach irgendwann statt, wenn du dich wieder vollkommen entspannt fühlst.

So funktioniert das echte Leben nicht.

Stress gehört zum Leben.

Verantwortung gehört zum Leben.

Und manchmal können wir daran kurzfristig überhaupt nichts ändern.

Die entscheidende Frage ist deshalb nicht:

Wie schaffe ich es, nie wieder Stress zu haben?

Sondern:

Warum bauen wir uns ausgerechnet in diesen Phasen ein Abnehmsystem, das unserem Körper und unserem Kopf noch mehr Arbeit macht?

Vielleicht kannst du deine Deadline nicht verschieben.

Aber du kannst aufhören, nebenbei noch jede einzelne Kalorie zu verwalten.

Vielleicht kannst du deine Verantwortung im Job nicht abgeben.

Aber du kannst aufhören, jeden Abend deine Schritte gegen dein Essen aufzurechnen.

Nachhaltige Veränderung beginnt nicht damit, dass dein Leben perfekt ruhig wird.

Sie beginnt damit, dass dein System auch dann funktioniert, wenn es das nicht ist.

Unter Stress brauchst du ein System, das einfacher wird. Nicht komplizierter.

Das ist einer der wichtigsten Grundsätze meiner Arbeit.

Ein gutes System erkennst du nicht daran, wie perfekt es in einer ruhigen Woche funktioniert.

Du erkennst es daran, was passiert, wenn die Woche eskaliert.

Wenn das Meeting länger dauert.

Wenn du schlecht geschlafen hast.

Wenn du auf Geschäftsreise bist.

Wenn du krank wirst.

Oder wenn du für ein paar Wochen nicht trainieren kannst.

Funktioniert dein System dann noch?

Oder fällt plötzlich alles auseinander?

Deshalb geht es für mich nicht darum, einen Menschen noch besser darin zu machen, einen Plan einzuhalten.

Es geht darum, einen Körper und einen Alltag aufzubauen, die nicht bei jeder stressigen Phase wieder bei null anfangen.

Und manchmal beginnt das mit erstaunlich einfachen Veränderungen.

Iss so, dass dein Körper versorgt ist.

Essen sollte dir Energie geben.

Nicht noch mehr Entscheidungen.

Wenn du tagsüber versuchst, möglichst wenig zu essen, während dein Körper gleichzeitig einen stressigen Alltag bewältigen soll, brauchst du dich nicht darüber zu wundern, wenn dein System irgendwann nach Energie verlangt.

Heißhunger ist dann nicht automatisch ein Zeichen fehlender Disziplin.

Manchmal ist er die logische Konsequenz daraus, dass du deinem Körper den ganzen Tag erklärt hast, er müsse mit weniger auskommen.

Trainiere, um stärker zu werden. Nicht, um dich zu bestrafen.

Gezieltes Krafttraining bedeutet nicht, deinen Körper möglichst häufig zu erschöpfen.

Es bedeutet, einen sinnvollen Reiz zu setzen und deinem Körper anschließend die Möglichkeit zu geben, sich anzupassen.

Du trainierst nicht, um dein Abendessen zu verbrennen.

Du trainierst, um einen Körper aufzubauen, der stärker und belastbarer wird.

Denn wie wir schon bei der Verletzung gesehen haben:

Der Reiz allein macht dich nicht stärker.

Dein Körper braucht auch die Möglichkeit, darauf zu reagieren.

Zu regenerieren.

Sich anzupassen.

Stärker zurückzukommen.

Und vielleicht gilt genau das nicht nur für Muskeln und Knochen.

Sondern für dein gesamtes System.

Vielleicht sollte Abnehmen irgendwann im Hintergrund passieren

Ich glaube, wir haben uns daran gewöhnt, dass Abnehmen unglaublich viel Raum im Leben einnehmen muss.

Planen.

Tracken.

Optimieren.

Kontrollieren.

Wiegen.

Nachjustieren.

Aber was, wenn das eigentliche Ziel genau das Gegenteil wäre?

Dass du morgens aufstehst und dein erster Gedanke nicht deinem Gewicht gehört.

Dass du mittags isst, ohne nebenbei Zahlen zusammenzurechnen.

Dass du abends mit Freunden am Tisch sitzt und wirklich am Tisch sitzt.

Und dass du trainierst und mit deinem Kopf bei dem Gewicht bist, das du gerade in der Hand hältst.

Nicht bei den Kalorien vom Wochenende.

Vielleicht ist das für mich die eigentliche Definition von nachhaltiger Veränderung:

Dein Körper verändert sich, ohne dass dein gesamtes Leben dafür immer kleiner werden muss.

Final Thought

Vielleicht war der gebrochene Daumen einfach nur Pech.

Ein Unfall.

Eine Sekunde, in der etwas schiefgegangen ist.

Ich weiß es nicht.

Aber dieses Gespräch hat mich an etwas erinnert:

Wir merken häufig erst sehr spät, wie viel gleichzeitig in unserem Kopf passiert.

Solange wir funktionieren, glauben wir, dass alles funktioniert.

Vielleicht beginnt nachhaltige Veränderung deshalb nicht damit, dass du noch besser funktionierst.

Sondern damit, dass dein eigener Körper nicht länger ein weiteres Projekt ist, das du jeden Tag kontrollieren musst.

Vielleicht sollte dein Ziel deshalb nicht nur sein, weniger zu wiegen.

Sondern einen Körper aufzubauen, der stärker wird.

Ein System, das auch an schlechten Tagen funktioniert.

Und einen Kopf, der nicht mehr jede freie Minute mit Essen, Kalorien und der Waage beschäftigt ist.

Denn vielleicht ist genau das die Veränderung, über die wir viel häufiger sprechen sollten.

Nicht nur weniger Gewicht auf der Waage.

Sondern weniger Gewicht im Kopf.

Die 6 Phasen, mit denen dein Körper nicht länger ein weiteres Stressprojekt sein muss

Wenn du dich in diesem Artikel wiedererkannt hast, möchte ich dir etwas mitgeben.

Du brauchst wahrscheinlich nicht noch mehr Disziplin.

Keine strengere Diät.

Keine neue Kalorien-App.

Und auch keinen Trainingsplan, der dir noch mehr Zeit und Energie abverlangt.

In meinem kostenlosen Guide zeige ich dir die sechs Phasen, mit denen meine Klientinnen Schritt für Schritt aus diesem Kreislauf aussteigen.

Sie lernen, ihren Körper wieder zu verstehen.

Food Noise leiser werden zu lassen.

Heißhunger nicht länger mit noch mehr Kontrolle zu beantworten.

Gezielt Muskeln aufzubauen.

Und ihr Gewicht dauerhaft zu halten, ohne dass aus jeder stressigen Woche wieder ein kompletter Neustart wird.

Hol dir jetzt kostenlos die 6 Phasen und erfahre, warum aus +2 Kilo nicht wieder 20 werden müssen.

P.S.

Vielleicht kannst du den Stress in deinem Leben gerade nicht reduzieren.

Vielleicht wartet morgen eine Deadline auf dich.

Ein wichtiges Meeting.

Eine Familie.

Oder sogar die Verteidigung deiner Dissertation.

Das Leben wird nicht aufhören, Anforderungen an dich zu stellen.

Die eigentliche Frage ist:

Muss dein eigener Körper wirklich auch noch eine davon sein?

Vielleicht bedeutet Freiheit nicht, dass dein Leben irgendwann vollkommen stressfrei ist.

Vielleicht bedeutet Freiheit, dass du mitten in diesem Leben sitzt und wirklich dort bist.

Beim Abendessen.

Im Urlaub.

Mit den Menschen, die dir wichtig sind.

Und auch beim Training.

Mit deinem Körper.

Und mit deinem Kopf.

Am selben Ort.

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